The Good, the Bad, the In-Between – Jared Harris

Hatte ich bei Rex Harrison Probleme einen richtig schlechten Film zu finden, so habe ich bei seinem Stiefsohn Jared Harris und dessen gesammelten Werken die Problematik, mich für nur einen Guten zu entscheiden. Denn eigentlich hat er viele annehmbare Filme gemacht. Aber entweder ist seine Rolle darin winzig oder der Film nicht gut genug. Da fehlte oft das letzte Quäntchen. Aber egal, denn letzten Endes ist es mir tatsächlich gelungen, für jeden Punkt den passenden Film zu finden. Auch wenn es teilweise wirklich schwierig war (die Wahl für The Good lag bei Shadow Magic. Two of Us, B. Monkey und noch gefühlt zehn weiteren Filmen). Hier sind nun also Jared Harris‘ gute, nicht so gute und eher fragwürdigen Filme.

THE GOOD – HOW TO KILL YOUR NEIGHBOR’S DOG (2000)

Peter McGowan (Kenneth Branagh) hat es nicht leicht. Vor Jahren war der Zyniker und Kettenraucher mal ein gefeierter Schriftsteller und Bühnenautor, jedoch waren seine letzten Werke eher flop als top. Und auch an seinem neuesten Stück, das von einem Regisseur (David Krumholtz) mit einer übergrossen Vorliebe für Petula Clark inszeniert wird, beisst er sich die Zähne aus. Seine Frau Melanie (Robin Wright Penn) wünscht sich ein Kind,  ganz im Gegensatz zu Peter. Schliesslich ist die im Haus lebende Schwiegermutter (Lynn Redgrave) und deren Demenz anstrengend genug. Noch dazu leidet er an Insomnia, an der der Hund des Nachbarn nicht ganz unschuldig ist. Als ins Nachbarhaus eine alleinerziehende Mutter mit ihrer kleinen Tochter einzieht, sieht Melanie eine Möglichkeit Mann und Kind doch noch miteinander vertraut zu machen und bietet an, öfter auf Amy (Suzi Hofrichter) aufzupassen. Ein Umstand der Peter – wieder einmal – nicht zusagt. Immerhin hat er so eine Chance, seinem Theaterstück ein wenig mehr Authentizität zu verschaffen. Doch so sehr er sich auch versteckt und brummig gibt, irgendwann schleicht sich Amy doch in sein Herz. Auf Peters nächtlichen Streifzügen durch die Strassen LAs trifft Peter schliesslich auf seinen leicht verstörenden Doppelgänger (Jared Harris) – und freundet sich mit ihm an…

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Trockene, zynische Dialoge, liebenswerte Charaktere und ein Film mal nicht im Farbton teal&orange? Entschuldigung, ich bin verliebt! How To Kill Your Neighbor’s Dog macht einfach nur Spass und ist tatsächlich eine kleine Perle in diesem riesigen Haufen von amerikanischen Filmen. Vorallem ist das ein Film, der nicht langweilig wird. Ich erwische mich dabei, dass ich jedesmal wenn ich überlege, welchen Film ich doch gerade mal gucken könnte, an How To Kill denke. Und eigentlich bleibt auch gar nicht mehr zu sagen, ausser, dass ich natürlich eine uneingeschränkte Empfehlung ausspreche.

THE IN-BETWEEN – SHERLOCK HOLMES A GAME OF SHADOWS (2011)

Ein Jahr nach den Ereignissen aus dem ersten Teil läuft es nicht so gut für Sherlock Holmes (Robert Downey Jr), denn Doctor Watson (Jude Law) hat tatsächlich vor, Mary Morstan (Kelly Reilly) zu ehelichen. Zudem hat er – als Trauzeuge – auch noch die vergessen, den Junggesellenabschied des guten Doktors zu planen. Sowas passiert nun einmal, wenn man nur noch eines im Kopf hat: Professor James Moriarty (Jared Harris). Und eine Anschlagserie hinter der nur der Professor stecken kann. Während Watson sich mit Alkohol und Glücksspiel den Abend vor seiner Hochzeit vertreibt, trifft sich Holmes mit der Zigeunerin Simza (Noomi Rapace), deren Bruder verschwunden ist. Während eines Kampfes mit einem Kosaken der Holmes verfolgte, verschwindet die Frau allerdings. Leicht derangiert liefert Holmes Watson am nächsten Morgen auf seiner Hochzeit ab. Nach der Trauung erhält Holmes von Colonel Moran (Paul Anderson), der ihn zu einem persönlichen Gespräch mit Moriarty bittet. Der Professor klärt rasch die Fronten: wenn Holmes ihm in die Quere kommt, dann ergeht es Watson ähnlich wie Irene Adler (Rachel McAdams): er betrachtet sich die Radieschen von unten…

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Der zweite Teil der Sherlock Holmes Reihe mit Robert Downey Jr ist meiner bescheidenen Meinung nach wesentlich besser als der erste. Ich mag ihn, trotz einiger Längen sehr gern und einer der Gründe, warum er nicht eine Kategorie weiter oben steht, liegt darin, dass er einfach wenig überraschend ist. Solide, ja, aber nichts Neues. Tatsächlich ist das einzige Highlight das Zusammenspiel von Holmes und Moriarty. Oder sollte ich Gegenspiel sagen? Holmes und seine Nemesis waren schon immer einer der interessantesten Aspekte des gesamten Holmschen Universums und in diesem Film, trotz leichter Änderungen in der Biografie Moriartys, wird auch wunderbar sichtlich warum. Beide Männer stehen einander in Intellekt und Verschrobenheit nichts nach. Ying und Yang, wenn man so will. Oder die zwei Seiten einer Medaille. So sind auch die Szenen zwischen Harris und Downey Jr die mit besten im ganzen Film. Einzig die Bromance zwischen Holmes und Watson kommt da noch nahe. Ich sage nur; Junggesellenabschied. Wobei, sogar Moriarty bekommt mit Moran seinen eigenen besten Kumpel spendiert. Sprach ich nicht bereits, von den zwei Seiten einer Medaille? Natürlich muss auch in diesem Film eine starke und emanzipierte Frau eingebaut werden und was bietet sich da besser an, als eine Zigeunerin? Ich erspare mir den Rest. Ich sehe die Notwendigkeit Simzas für den Plot ein, finde aber, das hätte man besser und vorallem anders lösen können. Als Fazit bleibt mir nur zu sagen, ein durchaus guter Film mit richtig starken Stärken und leider auch richtig schwachen Schwächen. Das ist mehr als schade, denn ich hätte durchaus gern noch mehr vom Katz- und Mausspiel zwischen Holmes und Moriarty gesehen. Sicherlich werde ich zum Film nochmal eine ausführlichere Rezension schreiben.

THE BAD – TRANCE (1998)

Nora (Alison Elliott) und Jim (Jared Harris) scheinen auf den ersten Blick wie ein glückliches Paar: sie sind verheiratet, lieben sich und haben einen gemeinsamen Sohn. Dummerweise aber auch ein gewaltiges Alkoholproblem. Als Nora eines Abends betrunken die Treppe herunterfällt und daraufhin mit Kopfschmerzen, Nasenbluten und Halluzinationen zu kämpfen hat, beschliessen beide, dass es Zeit ist endlich trocken zu werden. Gemeinsam mit ihrem Sohn machen sie sich auf nach Irland, das Nora mit 16 Jahren verlassen hat, um dort Noras Grossmutter (Lois Fletcher) und ihren Onkel Bill (Christopher Walken) zu besuchen. Nachdem sie dort als erstes ein Auto zu Schrott gefahren haben, lernen sie Alice (Rachel O’Rourke) kennen. Das junge Mädchen wurde von Onkel Bill adoptiert und bringt die kleine Familie nun zu dessen durchaus beeindruckendem Haus. Dort weiht Bill Nora in sein kleines Geheimnis ein: im Keller versteckt er nämlich die Mumie einer Druidenhexe, die rein zufällig eine entfernte Verwandte von Nora ist. Es kommt, wie es kommen muss. Die Mumie erwacht und beschliesst, dass sie nichts sehnsüchtiger will, als Noras Seele und Körper…

trance

Trance von Michael Almereyda ist einer der vielleicht seltsamsten Filme, die ich je gesehen habe! Ich bin mir bis heute nicht sicher, WAS dieser Film eigentlich ist: Horror, Komödie, Beziehungsdrama; was? Allerdings habe ich viel gelernt! Zum Beispiel, dass es irre witzig sein muss, betrunken Achterbahn zu fahren, dass man sich in New York einfach mal so aus dem Taxi hängen kann, dass es total okay ist, Guiness zu trinken und danach noch Auto zu fahren, dass man kleine Kinder ruhig mit Messern spielen lassen kann und dass es grundsätzlich absolut nicht beunruhigend ist, definitiv scharfe, spitze und gefährliche Gegenstände in seiner Matratze vorzufinden. Und wenn man mal den Hustensaft wegen der Kindersicherung nicht aufbekommt, dann sollte man diesen einem Kind reichen; das packt das schon. Nun ja, ich habe oft herzlich gelacht. Warum Christopher Walken jetzt eine Moorleiche in seinem Keller rumliegen hatte, erschloss sich mir zwar nicht, aber er hatte sicher seine Gründe, es ist immerhin Chris Walken. Der Mann weiss was er tut. By the Way, hatte der Film eigentlich eine Handlung? Ich kann mich an keine erinnern, zumindest keine logische. Aber im Grunde ist das auch egal, denn – ich erwähnte es bereits – es war einer der witzigesten Gruselfilme überhaupt. Ich kann ihn nur empfehlen, wenn man ganz niedrige Erwartungen hat. Sollte ich übrigens jemals vor einer Hexe stehen und mich dadurch auch nur leicht bedroht fühlen, so weiss ich jetzt auch, wie ich aus dieser Nummer herauskomme: man muss die einfach nur betrunken machen! Tatsächlich, ein Film für alle Lebenslagen. Und da hätte ich mich doch beinahe für Nadja vom selben Regisseur entschieden. Aber der war mir dann doch zu krude und die dort verwendete Spielzeugkamera zu interessant.

Jared Harris

Den meisten ist der am 24. August 1961 in London geborene Jared Harris wohl als Professor Moriarty aus Sherlock Holmes: A Game of Shadows oder als Lane Pryce der TV-Serie Mad Men bekannt. Seinen Vater Richard Harris jedoch kennt wohl so ziemlich jeder. Vom Cineasten bis zum Harry Potter Fan. Aus der Ehe mit der Waliserin Elizabeth Rees, der späteren Ehefrau von Rex Harrison, entstammen die drei Söhne, Damian, Jared und Jamie. Damian versuchte sich in der Schauspielerei, widmete sich aber schliesslich doch eher der Regie und dem schreiben. Sein Bruder Jared gab sein Leinwanddebüt in Damians Spielfilm The Rachel Papers. Auch der jüngste Bruder Jamie arbeitet als Schauspieler und war unter anderem in The Green Hornet zu sehen.

„I keep mementos from everything I’ve done. I’ve got my cab driver’s license from ‚Happiness.‘ I’ve got a pair of glasses and a belt buckle from playing John Lennon. I’ve got a pair of sunglasses from playing Andy Warhol… It’s all in a box in the garage.“

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Seine Jugend verbrachte Jared Harris hauptsächlich auf englischen Internaten und ging schliesslich in die USA und studierte dort bis 1984 Literatur und Drama and der Duke Universität. Später arbeitete er lange mit der Royal Shakespeare Company in London, spielte dort in Hamlet, Romeo und Julia und anderen Stücken und gab 1989 sein Spielfilmdebüt in The Rachel Papers. In New York war er regelmässig an diversen Off-Broadway Theatern zu sehen und arbeitete immer mehr für Film und Fernsehen.In den folgenden Jahren spielte er unter anderem Andy Warhol in I Shot Andy Warhol und den älteren Will Robinson in der Verfilmung der gleichnamigen TV-Serie Lost In Space an der Seite von Gary Oldman. Er war ebenfalls in Happiness, Smoke, Blue in the Face und neben Brad Pitt in The Curious Case of Benjamin Button zu sehen. Auch im TV trat Harris regelmässig auf, hatte unter anderem Gastrollen in Law & Order: Special Victims Unit, Without A Trace und JJ Abrams Mysterie-Serie Fringe. Im Juli 2005 heiratete Harris seine Schauspielkollegin Emilia Fox, reichte 2009 aber die Scheidung ein und wurde 2010 geschieden. Seit Juni 2013 ist er mit der Moderatorin Allegra Riggio verlobt. Und ab August ist er endlich in The Mortal Instruments: City Of Bones als Hodge Starkweather zu sehen. Ich freu mich darauf.

„I used to do lots of independent films and for a while I was very content living in New York City and doing independent movies and off-Broadway theater. I loved it, I had a really good time doing that, and I worked on a lot of projects that are very dear to my heart, both plays and films.“

THE GOOD, THE BAD, THE IN-BETWEEN ist ein Reihe, die genau das hält, was sie verspricht: in unregelmässigen Abständen werden hier drei Filme diverser Schauspieler vorgestellt. Gute Filme, schlechte Filme und Filme, die irgendwo dazwischen stehen.

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