Wiederholungstäter – Filme für die Dauerschleife

Es gibt Filme, die gehen einem nicht mehr aus dem Kopf. Nicht einmal, weil sie so beeindruckend waren, sondern vielleicht auch, weil sie einen an etwas erinnern. An die Jugend, oder diesen einen Sommer als man seinen ersten Job hatte, ans erste Bier in der neuen WG, was weiss ich. So wie viele Menschen mit gewissen Liedern bestimmt Situationen und Erinnerungen verbinden, kann man das auch mit Filmen machen. Ganz unabhängig davon, ob diese nun besonders gut oder schlecht waren.

Dies hier ist meine absolut unvollständige Liste voller schlechter, mittelmässiger und brillianter Filme, die ich bereits gefühlte eintausendmal gesehen habe und die ich mir mindestens noch weitere tausende Male ansehen werde. Denn das sind…

Filme, die es sich zu sehen lohnt. Jedesmal wieder.

  • Smilla’s Sense of Snow: Zu Anfang war ich nicht gerade begeistert. Aber dennoch bin ich diesem Film mittlerweile verfallen. Schuld trägt auch die Musik.
  • Flatliners: Leider habe ich Flatliners nur ein- oder zweimal gesehen, er ist mir aber auf jeden Fall positiv in Erinnerung geblieben und wird demnächst noch einmal angesehen.
  • Murder in the First: Gary Oldman mimt mal wieder den Bösewicht und ist nicht nett zu Christian Slater. Action – Reaction.
  • Basquiat: Die Besetzung, die Musik, die Story: an Basquiat ist alles perfekt. Einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Er riecht quasi schon nach Frühling und nahendem Sommer.
  • Chattahoochee: Muss mal wieder geschaut werden. Einer der Filme, von denen ich weiss, dass ich sie mochte, deren Inhalt mir aber trotz mehrmaligen Sehens erst wieder im Moment des Anschauens bewusst wird.
  • The Professional: Ich war siebzehn Jahre alt und lieh mir diesen Film in einer ab 18-Videothek. Ich war gross, stark und unsagbar tapfer. Zwei Stunden später war ich auch noch verliebt. Ebenfalls einer der Filme, die für mich Sommer bedeuten.
  • Romeo is Bleeding: Ich weiss nicht, warum es so ist, aber immer wenn ich diesen Film sehe, stelle ich mir Picknicks in einem Garten vor. Ich glaube, es lag am Kleid von Annabella Sciorra.
  • The 5th Element: Börek, ein geliehener DVD-Player, angeschlossen an einen winzigen Röhrenfernseher und einen Videorekorder: willkommen in der wunderbaren Welt ohne Internet und DVDs an jeder Ecke. Die DVD war gerade ein Jahr alt, überall gab es noch Videokassetten zu kaufen – es war herrlich. Nur wie habe ich das ohne Internet überlebt?
  • Rosencrantz & Guildenstern are Dead: Noch so ein perfekter Film! Wenn man sich ersteinmal daran gewöhnt hat, dass er eben auf einem Theaterstück basiert und deswegen eben anders ist, als die anderen kleinen Filme da draussen.
  • Hannibal: Mein vielleicht grösstes guilty pleasure. Ich verachte diesen Film genauso sehr wie ich ihn verehre. Diese schwüle Musik, Italien, Hannibal Lecter, Bach… und leider Gary Oldman als Mason Verger. Das werde ich nie verstehen. Niemals.

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  • The Edge: Es waren irre Zeiten. Die waren sogar so irre, dass Kabel1 mir den Gefallen tat, diesen Film an einem Montag zu senden und ab diesem Tag war in der WG klar; den gucken wir jetzt jeden Montag! Haben wir getan. Wochenlang. Ich lache immer noch herzlich über diverse Szenen.
  • Instinct: Ich kann nicht sagen, dass ich den Film gut finde, aber wenn er im TV läuft, dann sehe ich ihn mir gern an. Sehr gern sogar. Ich weiss eigentlich nicht einmal warum.
  • Die fabelhafte Welt der Amélie: Lief im Programmkino um die Ecke jahrelang. Und ich habe ihn oft gesehen. Wahrscheinlich ein gutes Dutzend Mal. Ich würde es jederzeit wieder tun.
  • Jackie Brown: Wer war noch der Meinung, dass Method Actor nicht lustig sein könnten? Ich weiss es nicht mehr. Was ich aber weiss ist, dass Robert DeNiro in diesem Film sehr wohl lustig war. Und das Stewardess ein cooler Job gewesen sein musste.
  • Cruel Intentions: Ich war ein Teenie und der Film passte einfach. Im Sommer gesehen und deswegen auch so einer, der mich auf ewig an Sommer erinnern wird. Damals, als die noch nicht so extrem, sondern normal angenehm waren. Den Soundtrack höre ich immer noch gern.
  • Thir13en Ghosts: Mein einziger Grund diesen Film überhaupt zu sehen war Tony Shalhoub. Damit hatte es sich. Ich hab es dennoch nicht bereut. Das ist eine Ekelstufe, die ich gerade noch ertrage und Shalhoub gibt einen wunderbar deprimierten Witwer. Reicht mir.
  • Bridget Jones‘ Diary: Noch ein guilty pleasure. Und dann noch mit Colin Firth! Nun, ich nenne das mal passend, wenn der Darcy von 1995 mal wieder einen Darcy spielt. Damals konnte ich ihn noch ertragen. Hm.
  • About a Boy: Die Musik! Badly Drawn Boy ist wunderbar. Ach, alles an diesem Film ist wunderbar und niemand ist eine Insel und zwei Leute nicht genug.
  • You’ve got Mail: Jaaaaa, ich mag Meg Ryan. Ich konnte nicht verhindern aufgehalten zu werden. Oder so. Montag, Dienstag, Donnerstag, Mittwoch. Obwohl ich The Godfather gesehen habe, kenne ich alle Zitate nur aus YgM. Ich bin eben ein schwankendes Rohr. Meine Güte, mir fällt auf, 50% meiner Redewendungen stammen aus diesem Film!

In meinem Falle stelle ich am Ende der Liste fest: viel Gary Oldman (wie könnte es anders sein), auch einiges von Anthony Hopkins und reichlich guilty pleasures. Vorallem aber habe ich beinahe alle der oben genannten Filme zuerst oder zumindest sehr häufig in den Jahren 2000 bis 2002 gesehen. Die Erklärung ist einfach: die erste WG! Weit fort von Eltern und Nachtruhe um 22 Uhr. Ach, wie häufig habe ich mit Romeo is Bleeding wohl die Nächte durchzecht? Nichts macht sich besser, als ein Film, der teilweise in der kalifornischen Trockenheit spielt, während vor den eigenen Fenstern der erste Schnee fällt. Muss ich tatsächlich sehr dringend mal wieder sehen.

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2 Gedanken zu “Wiederholungstäter – Filme für die Dauerschleife

  1. Ein paar der Filme könnte ich direkt so unterschreiben („The Professionel“, „Jackie Brown“, „Flatliners“ usw.) und auch an das Gefühl der nächtlichen Sichtungen kann ich mich gut erinnern. War bei mir damals während der Zivi-Zeit, als man bis 22h Schicht hatte, dann noch einen oder zwei Trinken gegangen ist und sich um 24h noch einen Film reingezogen hat, da die nächste Schicht erst wieder um 13:30h begann. Schöne Zeit das – und dennoch bin ich froh, dass sie vorbei ist… 😉

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